Altstadthaus

Dieses vor dem Abriss gerettete stilvolle 300-jährige ALTSTADTHAUS,
Flonheimer Straße 3, wurde aufwendig renoviert,
stilvoll eingerichtet und ist für Feste aller Art anzumieten!

Auskunft bei:
Optikermeister Werner Puder
(Wiels-Brillen)
Kronenplatz 1
55232 Alzey
Tel. 06731 - 8570

BAUGESCHICHTE

des histor. Fachwerkhauses Flonheimer Str. 3 (Baudenkmal)


Viele Jahre lang blieb das Haus Flonheimer Straße 3 in Alzey unbewohnt und verfiel immer mehr, bis der damalige Hausbesitzer das Anwesen zum Abriss verkaufen wollte.
Die Bemühungen des Altstadtvereins Alzey, das Haus seit 1986 unter Denkmalschutz stellen zu lassen, hatten keinen Erfolg, da das Landesamt für Denkmalpflege in Mainz 13 Jahre lang das Gebäude nicht als Baudenkmal anerkannte.
In der Überzeugung, dass es sich dennoch um ein denkmalswürdiges Haus handeln würde, kaufte der Altstadtverein dieses mit günstigen Krediten der Sparkasse und Volksbank Alzey am 20.Sept. 1995 auf, um den geplanten Abriss zu verhindern und das Gebäude durch Renovierung zu erhalten.
Nachdem der Alzeyer Architekt Kopf beauftragt worden war, einen Renovierungsplan zu erarbeiten, stellte der Altstadtverein einen Sanierungsantrag bei dem Bauträger der Stadt Alzey, um staatliche Zuschüsse zu erhalten.
Mittlerweile hatten Vereinsmitglieder in mühevoller Arbeit den Verputz am vorderen Fachwerkhaus abgeschlagen und dabei in den 2 Eckpfosten der Giebelseite das Baujahr 1705 und die Initialen „I.B.“ entdeckt.
Kaum war der eingereichte Bauantrag genehmigt, stellte die Denkmalpflegebehörde jetzt (nach 13 Jahren der Ablehnung) das historische Fachwerkhaus unter Denkmalschutz und verzögerte den Beginn der Sanierungsarbeiten um fast ein Jahr!
Nun folgten die Jahre der Objektsanierung, in denen viele bauliche Überraschungen, aber auch Enttäuschungen erlebt wurden, in denen anfängliche Planungen geändert und zahlreiche bürokratische Ortsbegehungen erduldet werden mussten. Nicht immer teilten die amtlichen Vertreter der Denkmalpflege die Wünsche und Absichten des Bauherrn und so manches Mal musste um Lösungen gekämpft und gerungen werden.
Das Eichen-Fachwerk des alten 1705 erbauten Vorderhauses wurde teilweise ergänzt und die Fenster auf Wunsch der Denkmalpflege sogar in die ursprüngliche Größe verkleinert! Angefaulte Deckenbalken konnten mit alten Eichenhölzern stabilisiert, die Gefache zwischen den Balken mit Stroh- und Lehmwickeln nach historischer Bauweise wieder gefüllt und der Innenputz mit einem Stroh-Lehm-Gemisch von einer Fach-Firma erneuert werden.
Die schwer beschädigte Stuckdecke im 1.OG des Vorderhauses wurde von Restaurator und Vergoldermeister K.G.Rohr, Gau Heppenheim, renoviert.
In den Jahren 2000 bis zum Jahresende 2003 gelang es, die umfangreichen Sanierungsmaßnahmen im wesentlichen abzuschließen, so dass in der ersten Jahreshälfte 2004 mit der Inneneinrichtung des Gebäudes begonnen werden konnte.
Die Namen der „Großspender“ des Hauses (ab 5000,-DM) wurden von Glasgraveur Michael Bock, Weinheim, in die Parterrefenster der Straßenseite eingeschrieben.
Das Haus enthält jetzt Steinwappen aus der Geschichte der spätmittelalterlichen Alzeyer Stadtbefestigung (ehem. eingebaut im Anwesen Selzgasse 8),- alte gusseiserne Brüstungsgitter vom ehemaligen „Rheinischen Eisenhandel“ am Kronenplatz,- geschnitzte Fachwerkbalken von Bildhauer Florian Geyer, Flomborn,- neben den alten Originaltüren des Hauses eine alte Tür von der ehemaligen Engel-Apotheke am Roßmarkt,- ein altes Eisenzifferblatt der Alzeyer „Kleinen Kirche“ und vieles mehr.
Als mobile Inneneinrichtung hat Firma „Hartmann-Antique“ aus Albig Biedermeiermöbel für das Stuckzimmer gestiftet, das in Erinnerung an den in Alzey 1808 geborenen Maler C.L. Seeger als „Maler Seeger-Stube“ bezeichnet wurde. In diesem Zimmer werden die Portraits des Ehepaares Seeger und einige Gemälde des Malers als Kopie ausgestellt. Weiterhin erinnern im Hause ca. 80 Tontafeln an die Namen der Spender, die mehr als 500,-DM für die Renovierung des Hauses beigetragen haben. In einem anderen Zimmer hängen Portraits von Mitgliedern des Altstadtvereins und alle Räume sind mit vielen Bildern Alzeyer Künstler (A.Cattarius, E. Hütz, D.Seibel-Tauscher u.a.) geschmückt.
Durch künstlerisch und heimatgeschichtlich interessante Bauteile und Einrichtungsgegenstände hat das Gebäude eine Atmosphäre und Ausstrahlungskraft erhalten, die in Alzey kein zweites Mal zu finden ist.